Weil nämlich, wenn…

… man einen kleinen Bruder hat, dann kann man schon mal was mitmachen (- wenn auch nur am Telefon)…

Ebendieser (24, Hobbymusiker) rief mich vorgestern an, und fragte, ob er denn eventuell am Freitag bei mir nächtigen dürfe. Meine Verwunderung war doch etwas größer, da zwischen Dortmund und Freiburg der Kilometer einige liegen. Er meinte, er wäre am Wochenende bei mir in der Nähe – in den Kevelaer Kapellen zum Liedermachingfestival. (Was von meinem Standpunkt aus betrachtet dann doch nicht so ganz in der Nähe ist) Wie auch immer. Jedenfalls wollte er trampen. Was er dann auch gemacht hat. Er ist genau bis fast nach Trier gekommen. Bei meinem letzten Telefonat gestern abend so gegen halb Zehn, lief er gerade frohen Mutes an der Autobahn entlang und wunderte sich, weshalb keiner von den „Saubratzen“ anhält. Er hat keinen Führerschein, daher konnte ich ihn mit schwesterlichem Klugscheißen und dem mir eigenen Charme davon überzeugen, dass das Entlanglaufen an deutschen Autobahnen verboten ist und das „grundlose“ Anhalten auf dem Seitenstreifen ebenfalls und vor allem saugefährlich – beides.
Er folgte danach wohl meinem Rat und lief querfeldein zum nächsten Ort, der sich durch Lichtschein bemerkbar machte…. dort stand er einszweifünf Stunden rum, bis ihn der Zufall mit Timo bekannt machte, der ihn mit nach Trier nahm und dort auf eine Szeneparty mitschleppte. Danach ging es wohl noch durch diverse Lokalitäten (inklusive spendiertem Fizz) und schließlich zu Timo nach Hause, wo ein kuscheliges Gästebett seiner harrte.
Vorhin eben, als wir telefonierten, war er gerade in Köln und wartete auf den nächsten Anschlusszug Richtung Geldern – Timo hatte ihm wohl das Wochenendticket finanziert, damit er nicht weiter trampen muss …. und das Alles ohne einen Cent in der Tasche …

Wie macht der Kerl das bloß?

Bloß gut, dass unser Mütterlein von der ganzen Sache (noch) nix weiß …

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