Teenager tun irgendwie nie das, was man von ihnen erwartet … und manchmal ist das richtig großartig! ;)

Wir fragten vor einiger Zeit (letztes Jahr im Mai) beim „Kind“ an, ob es denn nicht mal langsam rebellieren wolle, das sei schließlich ihre PFLICHT als Teenager … und ob sie denn uns auch bitte gleich mitteilen könne, gegen was sie rebellieren wolle, damit wir uns entsprechend ausführlich darauf vorbereiten Könnten (z.B. durch Schimpf-und Schmäh-Reden; glaubwürdig verabscheuungswürdige Blicke; abgrundtiefes Geseufze; .. usw.)
Sie erbat sich etwas Bedenkzeit, denn alle (gemeinsam) gebrainstormten Ideen führten aus diversen Gründen zu keinem tatsächlich durchführbaren „Gegenstand ihrer Rebellion“.

Beim Abendessen des nächsten Tages verkündete sie freudestrahlend, sie wisse jetzt endlich, wie und wogegen sie rebellieren wolle:
Und zwar gegen unser aller Hobby, das Pen & Paper – Rollenspiel. Das sei nämlich „kotzlangweilig und voll ätzend und wir wären peinlich – und so“. (Sie brachte das auch fast überzeugend rüber, mit noch ein bisschen mehr „Übung“ sieht man ihr Grinsen auch nicht mehr )
Meine Antwort darauf hin war: „Oh, dann kommst du also nächste Woche nicht mit zur RPC nach Köln?“
Woraufhin ihr Gesicht kurzfristig entgleiste und sie „wild zu fluchen“ begann .
Dann trat sie mit absolut bierernstem Gesicht mit mir in Verhandlungen, ob sie nicht bitte einfach erst ab übernächste Woche mit dem altersgerechten Rebellieren anfangen könne… ;D
Wir haben uns bis dato noch nicht auf einen allgemeinen Konsens einigen können.

(Insbesondere, weil ich mich vor Lachen so dermaßen verschluckt hatte, dass wir an der Stelle die „Verhandlungen“ unterbrechen mussten…)

Ja, dieses Kind ist aber auch manchmal großartig!

Sie hatte sich dann beim Gute Nacht sagen noch etwas liebevoll beschwert & rumgejammert, was sie denn nun machen solle, wenn die eigene Mutter liberaler als Gandhi und der Dalai Lama, und sturer als Oma Gini sei … da wäre es mit dem Rebellieren echt Mist – außer sie ginge in die Extreme, die sie selber nicht will. ^^
Jedefalls hab ich sie dann versucht zu trösten, dass sie schon irgendwas finden wird, was adäquat ist und und was mich auf die Barikaden treibt … … das sei halt der Nachteil von „klugen Kiddies“, die müssten manchmal kreativer als andere werden …. so ganz glauben wollte sie mir noch nicht, aber ein wenig beruhigt war sie schon …

*~*
Das ist jetzt über ein Jahr her.
Und die alterstypische Ätz-Rebellion ist entweder dezent an mir vorbei geflutscht, oder lässt noch auf sich warten …
Es bleibt also spannend – aber ich bin wirklich froh über die Entwicklung, die meine Tochter nimmt …
Vielleicht bestätigt sich ihr atypisches Rebellionsverhalten – wie schon vor einem Jahr vermutet- im Endjahreszeugnis, das am kommenden Freitag fällig ist.  Es wird das beste Zeugnis, dass sie auf dem Gymnasium je hatte – wenn uns nicht alles täuscht *freudestrahl*.
Ja, liebe Einführungsstufen-Englischlehrerin, liebe Einführungsstufen Klassenlehrerin, und liebe Grundschullehrer …. , DAS hätten SIE wohl nicht gedacht, wa !?!

… und in 25 Minuten hat „das Schäfchen“ Geburtstag.  Dann ist sie 15 Jahre alt.
Gnah, ich hör jetzt auf, ich werd schon wieder gefühlsduselig.

 

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